Schmetterling des Jahres 2003: Waldteufel

Waldteufel (Foto: Rainer Lechner)
(Foto: Rainer Lechner)

Als ersten "Schmetterling des Jahres" wählte die BUND NRW Naturschutzstiftung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen (= Schmetterlingskundler) für das Jahr 2003 den Waldteufel (Erebia aethiops) aus.

Der wunderschöne Waldteufel wird etwa 4 cm groß und ist nach der Roten Liste Nordrhein-Westfalens als "vom Aussterben bedroht" und auf der Roten Liste Deutschland immerhin als gefährdet eingestuft.

Ei vom Waldteufel (Foto: Erwin Rennwald)
Ei vom Waldteufel (Foto: Erwin Rennwald)

Der Waldteufel stellt sehr hohen Ansprüchen an seinen Lebensraum: Der Schmetterling sammelt Nektar auf den Kalktrockenrasen im vollen Sonnenschein, am liebsten in Südlage und in rd. 400 Höhenmetern. Seine Eier legt er nur an bestimmte Gräser im Halbschatten. Halbschatten wiederum findet sich nur in lichten Wäldern, früher in den Laubwäldern, die als Niederwald, Eichenlohwald, Mittel- oder Hutewald genutzt wurden, heutzutage fast ausschließlich in ausgelichteten Kiefernbeständen. Die Kombination von lichten Kiefernwäldern mit vorgelagerten Trockenrasen im Mittelgebirge findet der Waldteufel in Nordrhein-Westfalen nur noch bei Nettersheim in unmittelbarer Nähe des zukünftigen Nationalparks Eifel.

Raupe vom Waldteufel (Foto: Erwin Rennwald)
(Foto: Erwin Rennwald)

Der Waldteufel ist auf vom Menschen geformte Sekundärlebensräume angewiesen. Die BUND NRW Naturschutzstiftung möchte mit der Wahl des Waldteufels zum "Schmetterling des Jahres" deutlich machen, dass die beiden Säulen im Naturschutz, einerseits die freie Sukzession (Prozessschutz) wie im Falle des zukünftigen Nationalpark Eifel, und andererseits der Erhaltungsschutz für bestimmt Tier- und Pflanzenarten mittels Biotoppflege oder Nutzung nicht gegeneinander stehen sollten, sondern sich sinnvoll ergänzen.

Puppe vom Waldteufel (Foto: Erwin Rennwald)
Puppe vom Waldteufel (Foto: Erwin Rennwald)

Mit der Auszeichnung "Schmetterling des Jahres" möchte die im letzten Jahr vom nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) gegründete Stiftung auf den Rückgang der natürlichen Vielfalt von Lebensräumen in Nordrhein-Westfalen hinweisen und der Bevölkerung ökologische und naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlichen. Schmetterlinge sind als Zeigertiere sehr gut geeignet, da sie oft sehr spezielle und komplexe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen.

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