Vögel Siebengebirge

Das Siebengebirge beherbergt eine artenreiche Vogelwelt. Insbesondere im Frühjahr kann man in den Wäldern verschiedene Spechte und zahlreiche Singvogelarten beobachten, und an verschwiegenen Stellen brüten seltene Greifvögel und Eulen. Sonderstandorte wie Felshabitate beherbergen außergewöhnliche Arten wie die Zippammer, und entlang naturnaher Bäche leben einige Spezialisten, darunter einer der farbenprächtigsten Erscheinungen der mitteleuropäischen Vogelwelt – der Eisvogel. Auch die an die Wälder angrenzende Kulturlandschaft bietet noch vielen bedrohten Vogelarten einen geeigneten Lebensraum.

Spechte

Wie kaum eine andere Vogelgruppe sind Spechte auf das Vorhandensein bestimmter Waldtypen und insbesondere das Vorkommen von stehendem Totholz angewiesen. In abgestorbenen Ästen und Bäumen finden sie Nahrung und legen dort auch oft ihre Bruthöhlen an. Diese werden von Hautflüglern, Siebenschläfern, Fledermäusen, dem Waldkauz, Hohltauben, vor allem aber von zahlreichen Singvögeln wie Meisen und Kleibern als Nachmieter genutzt.

Singvögel im Wald

Zu allen Jahreszeiten, besonders aber im Sommerhalbjahr, ist das Siebengebirge erfüllt von den Rufen und Gesängen zahlreicher kleiner Sperlingsvögel. Meisen, Kleiber und Baumläufer brüten in alten Spechthöhlen oder natürlichen Nischen im Holz. Im dichten Buschwerk leben verschiedene Grasmückenarten, Rotkehlchen und Heckenbraunellen in großer Dichte. An Waldrändern und Lichtungen leben Fitisse, in den Altholzbeständen sind Sing- und Misteldrossel häufig; wo es Hainbuchen und Wildkirschen gibt, finden sich häufig Kernbeißer.

Vögel der Bachauen

Die zahlreichen, teilweise noch naturnahen Bäche des Siebengebirges beherbergen eine ganz eigene Vogelwelt. In den Auwäldern leben Kleinspechte und Zaunkönige, im Winter sind große Schwärme von Erlenzeisigen in den Bach begleitenden Wäldern auf der Suche nach den namengebenden Erlensamen. Einige Vogelarten sind aber in ganz besonderer Weise auf die Bäche als Brut- und Nahrungsrevier angewiesen. Dazu gehören Eisvogel und Schwarzstorch mit ihrem schillernden Gefieder und die langschwänzige Gebirgsstelze.

Vögel am Fels

Nur wenige Vogelarten besiedeln die felsigen Hänge des Siebengebirges, darunter befinden sich jedoch einige ganz besondere Arten. So ziehen seit einigen Jahren an wenigen Stellen auch wieder Greifvögel und Eulen wie Wanderfalke und Uhu ihre Jungen in Felsnischen auf. Hausrotschwänze sind zwar überall in unseren Städten und Dörfern recht zahlreich, an den steilen Felsen des Rheintals finden sie aber auch außerhalb des Hochgebirges ihren ursprünglichen Lebensraum wieder.

Vögel der Kulturlandschaft

An die Wälder schließen sich oft intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen an, die jedoch von Obstwiesen, Feldgehölzen und Weiden unterbrochen werden. Viele Arten sind hier bereits verschwunden, doch gibt es noch Vogelarten, deren Bestände andernorts bereits zusammengebrochen sind. Auf den Äckern haben vereinzelte Kiebitze und Feldlerchen ihre Reviere, Rauchschwalben jagen über den Weiden. Am Waldrand, in Feldgehölzen oder auf Obstwiesen trifft man auf Klein- und Grünspechte, Neuntöter, Schwarzkehlchen, Bluthänflinge und Feldsperlinge. Über der hügeligen Landschaft kreisen Rotmilane, die in den Wäldern des Siebengebirges ihre Horste bauen.
Diese Landschaft könnte nicht nur ein Puffer für die angrenzenden Wälder darstellen, sondern selbst für eine Vielzahl bedrohter Arten wertvoller Lebensraum sein.



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