Die Tierwelt des Siebengebirges ist so vielfältig wie die Lebensräume. In alten, kleinräumig schon heute nicht mehr bewirtschafteten Laubwäldern leben verschiedene Spechte, Fledermäuse und Käfer, die Felsen und Weinbergsbrachen dienen Vorkommen von südlich verbreiteten Eidechsen, Schmetterlingen und Vögeln als nördlichster Vorposten, und in den trockenen Eichenwäldern fühlen sich der Wärme liebende Mittelspecht und Hirschkäfer wohl.

In den letzten Jahrzehnten konnten einige Tierarten wie Wanderfalke, Uhu und sogar der scheue Schwarzstorch (kleine) Teile des Siebengebirges als Lebensraum zurückerobern, viele weitere wie der Kolkrabe und die Wildkatze stehen „vor der Haustür“ und sind in den nächsten Jahren zu erwarten. Sorgen wir mit einem Nationalpark für „offene Türen“, um diesen Tieren eine Rückkehr in geeignete Lebensräume zu ermöglichen!

Vögel

Das Siebengebirge beherbergt eine artenreiche Vogelwelt. Insbesondere im Frühjahr kann man in den Wäldern verschiedene Spechte und zahlreiche Singvogelarten beobachten, und an verschwiegenen Stellen brüten seltene Greifvögel und Eulen. Sonderstandorte wie Felshabitate beherbergen außergewöhnliche Arten wie die Zippammer, und entlang naturnaher Bäche leben einige Spezialisten, darunter einer der farbenprächtigsten Erscheinungen der mitteleuropäischen Vogelwelt – der Eisvogel. Auch die an die Wälder angrenzende Kulturlandschaft bietet noch vielen bedrohten Vogelarten einen geeigneten Lebensraum.

Beispiele: Vögel im Siebengebirge

Eulen, Greifvögel und Falken

Diese drei Vogelgruppen können zwar allesamt als Beutegreifer bezeichnet werden, bilden aber jeweils eigenständige Ordnungen, die nicht (unmittelbar) miteinander verwandt sind. Bei den Eulen handelt es sich um überwiegend dämmerungs- und nachtaktive Jäger mit nach vorne gerichteten, parallel zu einander stehenden Augen, die von einem Federschleier umgeben sind, der als Schallreflektor dient und die Hörfähigkeit erhöht. Als Greifvögel bezeichnet man die überwiegend tagaktiven Beutegreifer mit einem kräftigen Hakenschnabel, der stark nach unten gebogen und mit einer Reißhakenspitze versehen ist. Durch einen über der Augenhöhle liegenden Knochenschild, der vor Verletzungen schützt, wirkt ihr Kopf kantig. Falken sind ebenfalls meist tagaktive Beutegreifer, aber mit einigen Besonderheiten gegenüber den Greifvögeln: Sie haben einen runden Kopf und einen kurzen Schnabel, der im Oberschnabel eine Ausbuchtung besitzt, den so „Falkenzahn2. Im Gegensatz zu den Greifvögeln, die ihre Beute zumeist mit den Krallen erdolchen, töten Falken ihre Beute nach dem Ergreifen durch Bisse.

Beispiele: Eulen, Greifvögel und Falken im Siebengebirge

Fische

Den Fischen im Siebengebirge stehen nur wenige größere Bäche zur Verfügung. Daraus ergibt sich, das hier auch nur wenige Arten natürlich vorkommen und dieses natürlichen Vorkommen sich nur auf die Bachläufe beschränkt. Die sonstigen durch Abgrabungen oder Aufstauungen entstandenen künstlichen Gewässer sind aus Gründen des Angelsports mit Fischen besetzt worden, die somit nicht zum natürlichen Fischvorkommen gezählt werden können. Die Bäche des Siebengebirges entwässern zur westlichen Seite in den Rhein und zur östlichen Seite in den Pleisbach, welcher wiederum in die Sieg mündet. Jugendstadien von verschiedenen Fischarten wandern schon mal die Bäche hinauf, verlassen diese aber bald wieder, wenn sie für diesen zu groß geworden sind.

Schmetterlinge

Die Tiergruppe der Schmetterlinge umfasst neben den bekannten und landläufig als Schmetterlinge bezeichneten Tagfaltern auch Nachtfalter, die den weitaus überwiegenden Teil der Schmetterlinge ausmachen und im Volksmund eher verächtlich als Motten bezeichnet werden. Von diesen Nachtfaltern gibt es wiederum einige, die auch tagsüber aktiv sind, wie etwa das Taubenschwänzchen, das kolibriartig vor einer Blüte in der Luft steht und mit seinem langen Saugrüssel Nektar aufnimmt.

Reptilien

Allein sechs der acht in Nordrhein-Westfalen heimischen Reptilienarten kommen auch im Siebengebirge vor – es ist daher landesweit bedeutsam für die Reptilienvielfalt! Ursache hierfür ist die Existenz verschiedenster Lebensräume auf kleinstem Raum: Vom heißen, sonnendurchfluteten Felsen als Heimat von Schlingnatter und Mauereidechse über Streuobstwiesen und breite Wegränder für Blindschleiche, Zaun- und Waldeidechse bis hin zu amphibienreichen Teichen als Nahrungsraum der Ringelnatter. Alle Reptilien sind gesetzlich geschützt und dürfen nicht beeinträchtigt werden.

Amphibien

Der Name „Amphibien“ setzt sich aus den beiden griechischen Begriffsteilen „amphi“ (auf beiden Seiten) und „bios“ (Leben) zusammen und umschreibt die Lebensweise dieser Tiergruppe, die sich zum Teil an Land und zum Teil im Wasser vollzieht. Die Amphibien werden die drei Gruppen Blindwühlen, Schwanzlurche und Froschlurche unterteilt, von denen in Deutschland nur die letzten beiden vorkommen. Zu den Schwanzlurchen gehören die Salamander und Molche, zu den Froschlurchen Frösche, Kröten und Unken, die im ausgewachsenen Stadium keine Schwänze mehr haben. Die Amphibien sind alle geschützt und dürfen nicht beeinträchtigt werden.



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